Ich bin heute per Zufall auf Facebook auf die Seite eines gewissen Brennan Peirson → https://www.facebook.com/Brenelliott gestossen, der sich mit sogenannten Midwest Emo Tunings beschäftigt, von denen ich vorher noch nichts gehört habe, die aber sehr interessant klingen.
Was ist Midwest Emo?
Midwest Emo (oder Midwestern Emo) bezeichnet eine Emo-Szene und/oder das Subgenre, das sich in den 1990er Jahren im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten entwickelte. Durch die Verwendung unkonventioneller Gesangsstile, ausgeprägter Gitarrenriffs und arpeggierter Melodien entfernten sich die Emo-Bands des Mittleren Westens von den Hardcore-Punk-Wurzeln des Genres und griffen auf Indie-Rock- und Math-Rock-Ansätze zurück.Laut dem Autor und Kritiker Andy Greenwald "war dies die Zeit, in der Emo viele, wenn nicht sogar alle der Stereotypen verdiente, die bis heute Bestand haben: knabengetriebene, brillentragende, übermäßig empfindliche, übermäßig kluge, gitarrengetriebene College-Musik". Emo aus dem Mittleren Westen wird manchmal austauschbar mit "Emo der zweiten Welle" verwendet. (Quelle: Wikipedia)
Tunings
Midwest Emo Tuning ist ein "Open Tuning", wobei die gängigste Stimmung FACGCE ist. Diese offene Stimmung ermöglicht die für das Genre typischen, glockigen Klänge und komplexen Melodielinien mit Leersaiten.
Beliebte Midwest Emo Tunings
Neben dem Standard-Favoriten gibt es weitere Stimmungen, die häufig verwendet werden:
- FACGCE: Das berühmteste und einflussreichste Tuning der Szene. Es erzeugt einen offenen Fmaj9-Akkord und ist die Grundlage für den absoluten Genre-Klassiker "Never Meant" von American Football Diese Stimmung gilt als Geheimtipp für alle, die den authentischen Midwest-Emo-Sound perfekt nachbilden möchten
- DAEAC#E: Eine sehr populäre Alternative, die oft mit einem Capo im 3. Bund gespielt wird. Sie bietet einen melancholischen, weichen Klang.
- Open D (DADF#AD): Eine klassische offene Stimmung, die für einen volleren, resonanteren Sound sorgt.
- DADGAD: Ein Allrounder für atmosphärische und folkloristische Emo-Riffs.
Warum diese Tunings?
Der Hauptvorteil dieser alternativen Stimmungen liegt in der Resonanz. Da viele Saiten bereits einen harmonischen Akkord bilden, kannst du:
- Tapping & Pull-offs: Melodien spielen und dabei Leersaiten als "Drohnen" oder harmonische Untermalung nutzen.
- Einfache Akkorde: Komplexe Akkorderweiterungen (wie Maj7 oder Add9) oft mit nur ein oder zwei Fingern greifen.
Du kannst Midwest Emo zwar auch in der Standardstimmung (EADGBE) spielen, indem du dich auf Tonarten wie G-Dur konzentrierst, die viele offene Saiten nutzen, aber für den authentischen "Twinkle"-Sound sind die oben genannten Open Tunings der Standardweg.
Typisches Fingerpicking
Midwest Emo Tunings klingen sehr gut mit Fingerpicking. Hierzu ein Pattern, das im Grunde genommen ein typisches Travis-Picking ist:


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