Montag, 2. Februar 2026

10 Alben, die mich geprägt und beeinflußt haben (Teil 5)

"Blues Breakers with Eric Clapton" (The Beano Album) - John Mayall

Während in England (und auch weltweit) die Beatles-Mania grassierte, schwelte im musikalischen Untergrund im Swinging London der 1960-iger Jahre eine neue musikalische Richtung - der British Blues. 

Protagonist und Mentor dieser Szene war, neben dem längst vergessenen Alexis Korner, der damals bereits über 30-jährige Sänger und Pianist John Mayall. Seine Band "The Blues Breakers" war damals die beste Live-Band dieser Bewegung und hatte mehr Line-ups als jede andere Band der Musikgeschichte. Viele namhafte Musiker haben diese Band durchlaufen, so auch z. B. Peter Green, John McVie (beide später Fleetwood Mac) oder Mick Taylor (ex-Rolling Stones).
Das Album war 1966 Mayalls erste Studioaufnahme und begründete den Weltruhm des jungen Gitarristen Eric Clapton (21), was zu dem berühmten "Clapton Is God"-Graffiti auf den Häuserwänden Londons führte. "The Beano Album" deshalb, weil Clapton auf dem Coverfoto in dem gleichnamigen Comic las.

Die Legende weiß zu berichten, dass Clapton bei den Aufnahmen in einem anderen Raum sitzen musste, da er seinen Marshall JTM45 Combo bis zum Anschlag aufgerissen hatte, um auf seiner 1960-iger Les Paul diesen singenden Ton zu erhalten. Das Krankheitsbild des Tinnitus war zur der Zeit noch weitestgehend unbekannt. 

Clapton erklärt seine Gitarrentechnik
       

Für mich waren Eric Claptons Adaptionen von Robert Johnsons Klassiker "Ramblin' On My Mind" und Freddie Kings Instrumental "Hideaway" enorm wichtig. Letzteres strotzt nur so vor klassischen Gitarrenlicks und ich habe das Stück in jungen Jahren Note für Note kopiert bis ich es konnte, alldieweil es nie nach Clapton klang. Erst später sollte ich kapieren, dass die Finger eines jeden Gitarristen bei Vibrato, Bendings etc. für den individuellen Ton verantwortlich sind. Das ist bei jedem Gitarristen der Welt anders und gleichsam so einmalig wie ein Fingerabdruck.

Auf "Ramblin' On My Mind" ist Clapton auch erstmals als Sänger zu hören, obwohl er seinen Gesang zu der Zeit nicht besonders prickelnd fand.

Clapton machte nach dem Album Peter Green Platz, da er sich anschickte, zusammen mit Jack Bruce und Ginger Baker die erste Supergroup der Rockgeschichte aus der Taufe zu heben - The Cream!

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