"Irish Tour '74" - Rory Gallagher
Ein Journalist fragte einmal Jimi Hendrix, wie man sich so fühle, als bester Gitarrist der Welt. Der antwortete nur lapidar: "Keine Ahnung, fragen sie Rory Gallagher!"
Eine verschrammte Strat (die Ur-Mutter aller Relic-Gitarren), einen Vox AC30, einen Booster und zehn begnadete Finger. Das war's. Mehr brauchte Rory Gallagher nicht. Keine Hall-Fahnen und verschwommene Ultra-Zerr-Sounds aus digitalen Multieffektgeräten.
Dazu kam seine Leidenschaft für den Blues gepaart mit 100%-igem irischen Feeling. Und das machte ihn einzigartig. Seine genialen Bluesrock-Sololinien atmeten den Duft der saftigen Wiesen der grünen Insel.
Als Gallagher 1974 durch Irland tourte, schwiegen bei einem Gig im bombengeplagten Belfast die Waffen der IRA. Die Köpfe der Terrororganisation hatten Waffenstillstand für ein paar Stunden befohlen.
Rory hasste Studios, er mochte es lieber live. Die Bühne war sein Leben. Im richtigen Leben war er nie richtig angekommen.
Ich vergöttere, wie viele seiner treuesten Fans, diesen Ausnahmegitarristen.
Das Live-Album "Irish Tour '74" war mein ständiger Begleiter auf meinem Weg zum Gitarristen. Stundenlang hab ich seine Licks probiert zu kopieren, bis die Nadel meines Plattenspielers rauchte. Und - es weckte meine Leidenschaft für die irische Musik, um ihn besser verstehen zu können. Das ist bis heute so geblieben...

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen